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Erfahrungsberichte, Göteborg

Erfahrungsbericht Wintersemester 2006 - Studium der Rechtswissenschaften

Studentischer Erfahrungsbericht des ERASMUS-Aufenthaltes an der Universität Göteborg

 

Name: Susann Harder
Email: susannharder (at) gmx de
Studienfach: Rechtswissenschaften
Gasthochschule: School of Business, Economics and Law Göteborg
Aufenthalt: August 2006 bis Januar 2007
 

 

1. Göteborg und Schweden

 

Ich bin vor meinem Auslandsaufenthalt noch nie in Schweden oder einem anderen Teil des skandinavischen Raums gewesen. Ich hatte somit keine Vorstellung was mich dort erwarten würde. Und mein erster Eindruck von dem Land war überraschend gut. Schwedens fantastische Landschaft hat viel zu bieten. Es gibt zahlreiche wunderschöne Seen und prächtige Wälder, die zu Freizeitaktivitäten einladen. Das Klima in Schweden ist unserem sehr ähnlich. In den Sommermonaten ist es warm, sodass man am Strand liegen kann, der Herbst ist sehr verregnet und im Winter rücken die Minusgrade ein. Die Regenfälle sind jedoch so heftig, dass sich auf vielen Straßen Flüsse und Seen bilden. Gummistiefel sind also angemessenes Schuhwerk. Von Anfang an habe ich besonders die Hilfsbereitschaft und die Offenheit der Schweden gegenüber Ausländern bewundert. Von Vorteil war natürlich auch, dass fast alle Schweden Englisch reden. Sie strahlen keine Hektik und keinen Stress aus, haben stattdessen viel Geduld, legen aber Wert auf Pünktlichkeit und zielstrebiges Arbeiten. Göteborg ist Schwedens zweitgrößte Stadt und eine Hafenstadt. Sie hat ca. 500 000 Einwohner. Zählt man das Umland hinzu kommt man auf 800 000 Einwohner. Sehr auffällig an den Göteborgern ist ihr Aussehen. Sie sind früh morgens schon top gestylt, modisch auf dem neuesten Stand und behängt mit vielen kleinen Accessoires.

 

2. Die ersten Tage

 

Vor den ersten Tagen in Schweden war ich etwas nervös. Als ich dann ankam stellte ich fest, dass es absolut keinen Grund gab nervös zu sein. Die Schweden entpuppten sich als wahre Organisationstalente. Der Exchange Student Service (ESS) ist für die Unterkünfte, die Internetzugänge, die Sprachkurse und das Student Buddy Program zuständig. Alles was man zu den ersten drei Punkten wissen muss erfährt man im Internet oder gleich bei der Ankunft. Das Student Buddy Program soll die Integration der Austauschstudenten fördern. Die Austauschstudenten werden in Gruppen eingeteilt. Zu jeder Gruppe gehören auch schwedische Studenten. Diese organisieren Treffen, diverse Freizeitaktivitäten und sind auch schon im Vorfeld

Ansprechpartner für Fragen und Probleme. Eine Liste mit den Zuteilungen erhält man per Mail. Diese Gruppen sind keine Pflicht. Es ist jedoch auf diesem Weg noch einfacher Mitstudierende kennen zu lernen. Eine Woche vor Beginn des Studiums gab es mehrere Einführungsveranstaltungen, die uns Informationen zu allem gaben, was für den Aufenthalt wichtig war. Eine davon fand in der Universität statt. Wir wurden freundlich empfangen, erhielten ganze Mappen, die alle wichtigen Informationen enthielten, wurden durch die Universität geführt und schrieben uns für die Kurse ein, die wir belegen wollten.

 

3. Wohnen in Göteborg

 

Ich bewohnte ein Zimmer in dem Studentenwohnheim Helmutsrogatan. Dieses war ca 25 Quadratmeter groß. Helmutsrogatan ist 5-10 Gehminuten von dem größten Studentenwohnheim Göteborgs Olofshojd und ca. 25 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Das Zimmer war hell und freundlich eingerichtet. Das Bad war mit einer Dusche ausgestattet und es gab eine kleine Küche mit Herd, Ofen und großem Kühlschrank. Es stellte sich sogar heraus, dass es in den meisten Küchen ausreichend Küchenutensilien gab. In jeder Etage im sogenannten Helmuts gibt es eine große Gemeinschaftsküche mit Balkon und einen Waschraum, der im 4h-Takt gemietet werden kann. Das Zimmer kostete 3600 SEK pro Monat. Der Preis wurde jedoch nach meiner Abreise erhöht. Inbegriffen waren Strom, Heizung, Wasser und Internet. Durch die Nutzung der Gemeinschaftsküche und die Waschräume entstanden keine Kosten. Die nächste Einkaufsmöglichkeit war 5 Gehminuten vom Wohnheim entfernt. Willy:s, so hieß der Supermarkt, gehört zu einer Billigkette. Das Essen ist dort nur unwesentlich teurer als in Deutschland. Alkohol mit mehr als 3 kann man jedoch nur im Systembolaget erwerben. Und da klingeln die Kassen! Die nächste Straßenbahnhaltestelle war direkt auf der  gegenüberliegenden Straßenseite. Sie fuhr von dort tagsüber alle 5 Min. Nachts jedoch musste man sich vorher über die Fahrzeiten informieren oder vom Zentrum nach Hause laufen. Es gibt kein Studententicket. Eine Fahrkarte kostet pro Monat ca. 50 . Um dieses Geld zu sparen kann man sich jedoch ein Fahrrad zulegen.

 

4. Studieren

 

Die Universität Göteborg hat ca 50 000 Studenten. Die Handelshögskolan, eine der Fakultäten, die auch Handels genannt wird, ist weitgehend selbstständig. Das Gebäude ist relativ neu und hervorragend ausgestattet. Die Bibliothek in dem Gebäude ist sehr groß und gut ausgestattet mit Computern, Lese- und Gruppenräumen. Die Auswahl der Bücher ist riesig. Trotzdem ist es manchmal schwierig Bücher für entsprechende Vorlesungen auszuleihen, weil diese oft vergriffen sind. Die Bücher kann man jedoch auch im universitätseigenen Buchhandel für ca. 50 pro Stück kaufen. Kopien kosten in der Uni und in den Copyshops ca 1 SEK je Stück. Das sind knapp 11 cent. Für das Studienmaterial sollte man also schon einiges an Geld einplanen.

Das Studiensystem in Schweden unterscheidet sich wesentlich von dem in Deutschland. Es konzentriert sich gerade im juristischen Bereich viel mehr auf praktische Falllösungen und Gruppenarbeit. Das Semester ist noch einmal in Quarters unterteilt. Für die Juraaustauschstudenten gab es nur die Möglichkeit englischsprachige Kurse zu belegen. Ich belegte im ersten Quarter den Kurs Comparative Private Law. In der ersten Woche hatte ich Vorlesungen, in den darauffolgenden wurden wir in Gruppen eingeteilt, erhielten Montags Fälle, die wir bis Freitags lösen sollten und in Form von kleinen Hausarbeiten und Vorträgen präsentieren mussten. Es war zwar arbeitsaufwändig, hat jedoch viel Spaß gemacht. Im zweiten Quarter belegte ich den Kurs Maritime and Transport Law. Wir hatten einige Vorlesungen, mussten aber auch hier wieder in Gruppen arbeiten und die Lösungen präsentieren. Das Arbeiten in den Gruppen war sehr hilfreich, um die schwedischen Studenten näher kennen zu lernen und die Professoren waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Am späten Nachmittag wurden vom ESS Schwedischsprachkurse angeboten. Um die Plätze musste man sich rechtzeitig im Vorfeld bewerben.  Für das Mittagessen stand die Cafeteria zur Verfügung. Das warme Essen, das man dort kaufen konnte, war relativ teuer. Es gab dort jedoch auch Mikrowellen, die kostenlos zur Verfügung standen. Das Aufwärmen des vorgekochten Essens ist eine günstige Alternative, die sehr viele Studenten nutzten.  

 

5. Freizeit und Nachtleben

 

Will man in seiner Freizeit sportlich aktiv sein, kann man ins Fysiken gehen. Es ist ein Fitnessstudio, das für Studenten recht preiswert und nur 10 Gehminuten vom Helmuts entfernt ist. Für die Shoppingfans bietet sich das Stadtzentrum an. Rund um die Straßenbahnhaltestelle Brunnsparken sind lauter Geschäfte, die auch am Sonntag geöffnet sind. Natürlich gibt es auch viele kulturelle Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Museen. Im Ullevi, dem Stadion in Göteborg, und im Skandinavium finden Konzerte, Sportevents und vieles mehr statt. 5 Gehminuten vom Helmuts entfernt ist der Freizeitpark Liseberg. Zur Weihnachtszeit wird dieser in einen Weihnachtsmarkt umgewandelt. Man sollte mal dort gewesen sein. Das Nachtleben in Göteborg ist teuer, aber ein echtes Erlebnis. Die Partymeile in Göteborg ist die Kungsportsavenyn. Der Eintritt in den Discotheken kostet zwischen 60 und 100 SEK. Das sind ca. 7 bis 11 . Für die Garderobe zahlt man jedoch auch in Pubs und Bars 15 bis 20 SEK. Das sind ca. 2 bis 2,50 . Hat man keine Lust Alkohol zu trinken, kann man sich auch ein Wasser bestellen. Das wird dann Leitungswasser sein, aber man zahlt nichts dafür. In der Woche schließen die Clubs um 3 Uhr früh und am Wochenende gegen 5 Uhr früh.

 

6. Fazit

 

Das Auslandsstudium war für mich ein voller Erfolg. Ich hatte eine Menge Spaß, habe sehr viele Leute aus ganz Europa in kürzester Zeit kennen gelernt und dadurch viele internationale Freundschaften schließen können. Aber auch hinsichtlich meines Studiums habe ich viel dazulernen können. Ich kann jedem nur empfehlen, irgendwann mal für einen längeren Zeitraum ins Ausland zu gehen und diese Erfahrungen zu machen. Und Göteborg ist ein sehr empfehlenswerter Ort dafür.

 

Susann Harder

 

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